|
Die Schaffung eines Binnenmarktes ohne nationale Grenzen im Inneren
gehört zu den Kernzielen der europäischen Integration
seit den Römischen Verträgen.
Heute ist der gemeinsame Markt für Millionen von Menschen
auf vielen wichtigen Gebieten Realität, ohne allerdings in
jeder Hinsicht perfekt zu sein. Die Mitgliedsstaaten haben zwar
erkannt, dass es Probleme gibt, die im Alleingang nicht mehr gelöst
werden können; gleichwohl bringen sie weiterhin ihre unterschiedlichen
nationalen Interessen in die Gemeinschaft ein.
Der Wegfall nationaler Grenzen hat deshalb die Probleme nicht
beseitigt. Im Gegenteil: der verstärkte Austausch im Waren-,
Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr vervielfältigt
nicht nur die bisherige Anzahl von Berührungspunkten; es
entstehen darüber hinaus Probleme völlig neuer Art.
Ohne Beschränkungen kann jeder Angehörige eines Staates
der EU seinen Bedarf an Waren in jedem beliebigen anderen Land
der Gemeinschaft decken, er kann Dienstleistungen anbieten oder
solche in Empfang nehmen. All dies erweitert nicht nur den Bereich
individueller Möglichkeiten. Verschiedene Sprachen, unterschiedliche
Qualitätsansprüche und weiterhin in vielen Bereichen
voneinander abweichende Rechtsordnungen bringen es mit sich, dass
aus Berührungspunkten nicht selten Reibungspunkte werden
können
|